09.01.2017: Bericht vom ERKA CUP durch Mario Emonds / Rheinische Post

Die Union bestraft Kückhovener Naivität
 
Erkelenz. Hallenfußball: Das 31. Turnier des SC 09 Erkelenz gewinnt wie im Vorjahr die SG Würm/Lindern. Bis anderthalb Minuten vor Schluss führt im Finale der TuS noch 3:1, lässt sich dann aber auskontern. Die SG siegt nach Neunmeterschießen 6:5.
 

Anderthalb Minuten vor Abpfiff des Finals bei der erstmals als Erka-Cup gespielten 31. Auflage des SC 09-Hallenturniers hatte der TuS Germania Kückhoven zumindest schon mal eine Hand am neuen Wanderpokal dran. Da führte der Bezirksligist in der Karl-Fischer-Sporthalle gegen Vorjahrssieger SG Union Würm/Lindern 3:1, steuerte so schnurstracks auf seinen sechsten Erfolg bei diesem Traditionsturnier zu, das zudem als 14. Willy-Stein-Gedächtnisturnier gespielt wurde. Kaan Özdemir und Sinan Kapar hatten den TuS 2:0 in Front geschossen, René Lambertz verkürzte, erneut Kapar stellte danach auf 3:1.

In besagter vorletzter Minute sorgte Pascal Thora mit seinem Anschlusstor zum 2:3 wieder für Hoffnung im Würm/Linderner Lager. Die besseren Karten hatte aber natürlich weiterhin der TuS. Doch der ließ sich 20 Sekunden vor Schluss auskontern, erneut Thora sorgte mit einem sehenswerten Schuss ins lange Eck für den Ausgleich, rettete die SG so ins Neunmeterschießen. Das gewann Würm/Lindern 3:2 - Endstand damit 6:5 für den Titelverteidiger.

"Dieses Tor zum 3:3 darf niemals fallen. Das ärgert mich richtig", bekannte fassungslos Kückhovens Co-Trainer Marc Pistor, der das Team in der Halle coacht. In der Tat hatten sich seine Germanen da - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade sehr clever angestellt. Was Hermann-Josef Lambertz, Trainer der siegreichen SG und mit eigener TuS-Vergangenheit ausgestattet, genauso sah: "Wenn die Kückhovener das richtig ausgespielt hätten, hätten die auch gewonnen." So aber feierte die SG den zweiten Erfolg bei diesem Turnier. Dritter wurde per Neunmeterschießen der SV Golkrath durch ein 3:1 gegen den FC Wegberg-Beeck II.

 

Alle vier Halbfinalisten hatten sehr sicher das Ticket für die Vorschlussrunde gelöst. Dort schlug die Union entkräftete Golkrather durch Tore von René Lambertz (2), Patrick Scholz (2), Lukas Klee und Pascal Chioveanu 6:0. "Da war unser Akku einfach leer. Unterm Strich haben wir aber wieder ein prima Turnier gespielt", urteilte Golkraths Coach Christian Grün. Lange Zeit weit spannender verlief das zweite Halbfinale zwischen Kückhoven und Beeck II. Matthias Gorka und Moritz Rachau brachten den TuS 2:0 in Führung, Yannik Leersmacher verkürzte, Rachau erhöhte, Jeremy Nzerue verkürzte erneut. Christoph Kehr mit einem Doppelpack zum 5:2 sorgte dann für klare Verhältnisse. Bemerkenswert war dabei das letzte Tor, wurde das doch einmal nach gekonntem Spiel mit der Bande erzielt - so was sah man ganz selten.

 

"Jungs, da ist der Pott" - Würm/Linderns Spielführer Pascal Thora (l.) reckt stolz den neuen Wanderpokal des erstmals als Erka-Cup gespielten Erkelenzer Traditionsturniers in die Höhe. Wie im Vorjahr triumphierte die SG.

 

Keine gute Visitenkarte gab am Finaltag Germania Hilfarth ab. Zum einen fiel der B-Ligist durch einige Disziplinlosigkeiten auf, zum anderen stellte das mit einem sehr schmalen Kader angereiste Team beim 1:10 gegen Würm/Lindern auch noch jeglichen Widerstand ein. Schützenkönig René Lambertz konnte sich hier hemmungslos und weitgehend ungestört austoben - freilich hätte er aber auch ohne seine hier erzielten sechs Treffer den Goldenen Schuh erobert. Hilfarth hatte sich als schlechtester Vorrundengruppen-Dritter eigentlich gar nicht für die Hauptrunde qualifiziert, sprang da aber für den SV Roland Millich ein, der wegen der parallelen Hückelhovener Stadtmeisterschaft gestern am Erka-Cup nicht mehr mitspielen wollte.

Den Fairnesspokal gewann Golkrath. Am Organisationstisch saßen an den drei Tagen Vorsitzender Bernd Kempe, Hallensprecher Sotirios Ntiremes und Christian Esser. Das Trio aktualisierte ständig die eigens zum Turnier erstellte neue Homepage (www.erka-cup.de). So konnte man auch im Internet ständig den aktuellen Turnierstand verfolgen - ein prima Service. Im Unterschied zum Vorjahr war Kempe mit dem Zuschauerzuspruch am Samstag nicht zufrieden: "Es lag aber wohl an der Witterung, dass da viele zuhause geblieben sind."

 

 

René Lambertz: Mit 17 Toren Rekordschützenkönig
 
Hallenfußball: So viele Tore wie der Ruricher Jung im Trikot der SG hat noch niemand für den Goldenen Schuh erzielt.
 
 
René Lambertz (r.) sicherte sich mit 17 Toren den Goldenen Schuh. Vom SC 09 gratulierten Hallensprecher Sotirios Ntiremes (l.) und Vorsitzender Bernd Kempe.
René Lambertz (r.) sicherte sich mit 17 Toren den Goldenen Schuh. Vom SC 09 gratulierten Hallensprecher Sotirios Ntiremes (l.) und Vorsitzender Bernd Kempe.  (Foto: Jürgen Laaser)
 
 

Satte acht Treffer mehr als der erste Verfolger Jörn Wego vom SC 09 Erkelenz: Mit 17 Toren sicherte sich René Lambertz vom erneuten Sieger SG Würm/Lindern unangefochten den Goldenen Schuh der Kreissparkasse und die damit verbundenen 100 Euro - so viele Tore hat in der 30-jährigen Geschichte des SC 09-Turniers bei einer Auflage noch keiner erzielt. Viel Aufhebens wollte der Ruricher Jung darum aber nicht machen: "Wie im vergangenen Jahr, als mein Mannschaftskamerad Pascal Thora diese Trophäe geholt hat, gehört sie auch dieses Mal wieder der Mannschaft. Meine Mitspieler haben mir ja etliche Tore klasse aufgelegt - ich musste dann nur noch vollstrecken."

Zur Krönung versenkte er im Neunmeterschießen nach einem langen Anlauf auch noch den finalen Schuss sicher - quasi sein 18. Treffer, der aber in die Wertung nicht mehr mit einfloss. "Ich hatte in der Halle zuletzt einige Male vom Punkt verschossen. Doch bei dem Lauf, den ich bei diesem Turnier hier hatte, war klar, dass ich nach dem Motto ,Augen zu und durch' als letzter Schütze für uns antrete - auch wenn mich TuS-Keeper Mirco Schopphoven aus gemeinsamen Kückhovener Zeiten bestens kennt", führte der 21-Jährige aus und verriet grinsend: "Dafür habe ich ja auch mal nicht meine Stammecke gewählt, sondern die andere."

Lange feiern kann die SG die Titelverteidigung in Erkelenz aber nicht - bereits diesen Freitag nimmt der A-Ligist, zur Winterpause auf Platz zwei hinter Überraschungsaufsteiger SV Roland Millich, die Vorbereitung draußen auf. "Wir haben ja schließlich ein ganz großes Ziel, wollen Millich noch überholen. Dafür brennen wir. Dafür müssen wir aber richtig was tun, und daher hat mein Vater eine härtere Vorbereitung als je zuvor angekündigt."

Sein Papa Hermann-Josef Lambertz ist eben auch sein Trainer. Womit der Ruricher Lambertz-Clan in Würm/Lindern nun auf drei Mann gewachsen ist. Denn seit diesem Monat verstärkt auch Renés Bruder Mark das Team, kam von Mittelrheinligist FC Inde Hahn. "Wenn Mark verletzungsfrei bleibt, hilft er uns enorm weiter. Dann gehört er eindeutig zu den Topspielern der Liga", bekräftigt René Lambertz, der seine Brötchen bei der Stadt Hückelhoven verdient.

 

 

Acht Unparteiische an den drei Tagen im Einsatz

 

Schiedsrichter Christian Lex und Benjamin Boyle pfiffen am Freitag, René Heinen, David Koj, Roland Jers und Moritz Daßen am Samstag, Dirk Wiegand und Niklas Jahn am gestrigen Finaltag.

Rote Karten Zwei Platzverweise gab es: Christian Pflipsen (SC Mennrath) und Ferhat Kafador (Germania Hilfarth) sahen Rot.

 

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